Schweiß – die überlebenswichtige Klimaanlage des Körpers

clipart_zweten_animaatjes-33Schwitzen ist in unserer Gesellschaft oft ein Tabuthema und wird im Alltag häufig als unangenehm und peinlich empfunden, wenn es vom Gegenüber wahrgenommen wird. Dabei stellt das Schwitzen eine überlebenswichtige Funktion bei der Wärmeregulation dar! Rund zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen auf der menschlichen Hautoberfläche, besonders an den Füßen, den Händen und an der Stirn, erledigen täglich ihre Arbeit und erfüllen dabei eine wichtige Funktion: Sie schützen den Körper vor Überhitzung: Während körperlicher Betätigungen wird der Stoffwechsel aktiver und es wird mehr Energie produziert und verbraucht. Im Zuge dieses Prozesses steigt die Körperkerntemperatur an. Damit wir innerlich nicht verkochen muss die entstehende Wärme wieder abgeführt werden. Der Schweiß, den der Körper über Millionen von Schweißdrüsen absondert, kühlt die Haut und somit die Kerntemperatur wieder ab. Generell gilt: Je höher und länger die körperliche Belastung, desto größer ist auch die Schweißproduktion.

Der Mensch ist übrigens das Säugetier mit der besten Temperaturregelung. Grund dafür ist die Tatsache, dass die Schweißdrüsen über den gesamten Körper verteilt sind. Vierbeiner produzieren Schweiß hingegen nur über die Zunge. Daher besteht bei Hunden beispielsweise viel schneller die Gefahr, dass sie überhitzen.

Menschen die regelmäßig Sport treiben, haben eine gute Thermoregulation und schwitzen daher mehr als untrainierte Menschen. Schwitzen kann man also trainieren. Wer regelmäßig Sport treibt, bildet von Zeit zu Zeit mehr Schweißdrüsen. Aber aufgepasst – das bedeutet nicht im Umkehrschluss, dass jeder, der viel schwitzt, auch gleichzeitig gut trainiert ist. Übermäßiges Schwitzen kann auch eine Auswirkung von Kreislaufstörungen oder Übergewicht sein. Auf der anderen Seite gibt es auch Menschen die kaum bis gar nicht schwitzen. Dieser Umstand kann auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen.

Des Weiteren unterscheidet sich der Schweiß von Sportlern und Nicht-Sportlern hinsichtlich des Geruchs. Der Schweiß von Sportlern ist wesentlich dünnflüssiger und enthält auch weniger Mineralien, da der Körper nichts abgibt, was seine Leistungsfähigkeit einschränkt. Genau aus diesem Grund ist der Schweiß von Trainierten auch wesentlich geruchsärmer als der von Untrainierten.

Beim Schwitzen geht dem Körper nie reines Wasser verloren sondern stets gleichzeitig darin enthaltene gelöste Mineralien. Dazu gehören vor allem Natrium, Chlorid, Kalium, Magnesium und Calcium. Weil diese Mineralstoffe wichtige Funktionen im Körper übernehmen und der Flüssigkeitsverlust mit der sinkenden Leistungsfähigkeit einhergeht ist es wichtig, die Mineralien so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. So spielen Kalium und Calcium sowohl bei der Nervenleitung, als auch bei der Muskelkontraktion eine bedeutende Rolle. Magnesium ist unabdingbar für den Energiestoffwechsel, während Natrium an der Auslösung von Nervenimpulsen und der Muskelkontraktion beteiligt ist. Zudem reguliert Chlorid den Flüssigkeitshaushalt im Körper.

Wird der Verlust dieser Mineralstoffe nicht wieder ausgeglichen, kann es zu folgenden Erscheinungen kommen:

  1. Verschlechterte Nährstoff- und Sauerstofftransport zu den Zellen infolge von Blutverdickung
  2. Übersäuerung der Muskulatur durch negative Beeinflussung des Abtransports von Stoffwechselendprodukten wie Milchsäure
  3. Beeinträchtigung der Nierenfunktion aufgrund von Hitzestau bis hin zum Kollaps.

Da gut trainierte Sportler bei intensiven Belastungen bis zu 2-3L pro Stunde „ausschwitzen“ können, sollte der Flüssigkeitsverlust idealerweise mit Getränken wieder ausgeglichen werden, die einen entsprechenden Mineralgehalt aufweisen.

Aber welche Getränke sind dafür eigentlich geeignet?

Ganz allgemein unterscheidet man zwischen isotonischen, hypotonen und hypertonen Getränken. Ausschlaggebend für die Einteilung ist der Teilchengehalt der Flüssigkeiten im Vergleich zu dem des Blutes. Isoton bedeutet, dass der Teilchengehalt dem des Blutes entspricht. Isotonische Getränke können vom Magen sehr schnell in den Dünndarm abgegeben werden, von wo aus sie ins Blut gelangen. Daher gelten sie als optimale Sportgetränke. Die Industrie bietet mittlerweile ein großes Spektrum an extra angefertigten isotonischen Getränken an. Wer sich sein Sportgetränk allerdings selbst mixen möchte, kann einfach 2/3 natriumreiches Mineralwasser mit 1/3 Apfelsaft kombinieren. Cola, Limonaden, Energiedrinks und unverdünnte Fruchtsäfte gehören zu den hypertonen Getränken. Sie besitzen wegen des hohen Zuckeranteils einen höheren Teilchengehalt als das menschliche Blut und die Nährstoffe geraten dementsprechend langsamer in die Blutbahn. Hypotone Getränke weisen einen geringeren Teilchengehalt als das menschliche Blut auf. Dazu gehören Kräuter- und Früchtetees oder z. B. Süßmolke. Aufgrund des niedrigen Natrium- und Zuckergehalts sind sie als Sportgetränke aber nicht so gut geeignet wie isotonische Flüssigkeiten.

Generell sollte ein Sportgetränk sowohl Kohlenhydrate als auch Natrium enthalten. Kohlenhydrate liefern einerseits Energie, andererseits beschleunigen sie die Wasseraufnahme im Darm. Natrium hingegen gleicht den Salzverlust aus und fördert nicht die Wasser-, sondern auch die Glukoseresorption im Dünndarm. Mit Süßstoff versetzte Getränke sind für sportliche Aktivitäten ungeeignet, da sie keine Energie liefern. Kohlensäurehaltige Getränke hingegen können ein Völlegefühl auslösen. Auch dickflüssige Getränke eignen sich schlecht bei körperlicher Aktivität, da sie die Magenentleerung verzögern.

Wenn ihr noch Anregungen oder Fragen zum Thema „Schwitzen“ habt, schreibt uns gerne an bzw. hinterlasst einen Eintrag in unserem Blog, dann können wir uns darüber noch intensiver austauschen.

Viele Grüße, Eure FIT-Nina

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