Das Hier und Jetzt – Geschichte, Wirkung und Ziele der Meditation

Meditation – vielen Menschen kommen Bilder von fernöstlichen Mönchen, Esoterikern oder auch hippen Influencern im Internet in den Kopf. Doch was genau steckt hinter dieser, für den einen oder anderen vielleicht sogar befremdlichen Praxis, die so viele positive Auswirkungen auf den Körper haben soll. In dem folgendem Text, möchte ich kurz die Geschichte der Meditation, neurowissenschaftlich bewiesene Wirkungen und zuletzt die Ziele der Meditation verdeutlichen und einen objektiven Blick auf diese ganzheitliche Praxis werfen.

Die Meditation stammt aus dem religiösen Bereich und wurde vermutlich vor tausenden von Jahren von Urvölkern in Ritualen ausgeübt (Ott, 2010). Schamanen wurden bei diesen Ritualen mithilfe von rhythmischen Trommelschlägen und halluzinogener Pflanzen in einen stark meditativen Trance-Zustand gebracht, in dem sie ihren Körper verlassen haben und in einen höheren Bewusstseinszustand geführt wurden. Dort erreichten sie Weisheit und bekamen heilende Fähigkeiten, mit denen sie ihrem Volk helfen und beschützen konnten. 

Auch in den ältesten Texten des Hinduismus, den Veden, finden sich Gebetsmeditationen, die Atemübungen und Hingabe zum Göttlichen beinhalteten und von Priestern und Heiligen durchgeführt wurden (Voigt, 2020). 

Durch Bücher und Programme, wie beispielsweise das MBSR Programm (mindfulness based stress reduction, dt. Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion) von Jon-Kabat Zin zur Stressbewältigung, erhielt die Meditationspraxis mehr und mehr Einzug in die westliche Welt. Dieses Programm ist ein systematischer Ansatz der auf den buddhistischen Traditionen Asiens basiert und sich auf die Präsenz in der Gegenwart ohne Bewertung fokussiert (Kabat-Zinn, 2013). Während die Meditation hierzulande meist aus Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen besteht und unabhängig von Religion oder Esoterik ausgeübt wird, wird sie heute noch im fernen Osten als bewusstseinserweiternde Übung genutzt (Ott, 2010).

Das Ziel der Meditation ist das körperliche und geistige Wohlbefinden zu verbessern. Damit ist keineswegs gemeint das Denken zu unterdrücken und somit in einen passiven Zustand zu gelangen. Vielmehr wird versucht die Aufmerksamkeit zu lenken, das Bewusstsein zu erforschen und gegebenenfalls zu verändern. Somit ist die Meditation ein aktiver Vorgang, der helfen soll sich von eingefahrenen Denkweisen und Verhaltensmustern zu lösen. Anwendbar ist dies auf das Denken, aber auch auf Emotionen und Handlungen (Ott, 2010). Vielen Menschen die regelmäßig meditieren gelingt es das Lenken der Gedanken und Emotionen auch in den Alltag zu übertragen und somit Gelassenheit zu erlangen. 

Das Interesse an der Wirkung von Meditation ist in den letzten Jahrzehnten deutlich angewachsen. Positive Effekte auf die Schlafqualität, Reduzierung von Stress, Bluthochdruck und  Kopfschmerzen sind einige Beispiele für die zahlreichen Vorteile, die eine regelmäßige Meditationspraxis mit sich bringen soll. Im weiteren Textverlauf möchte ich auf eine wissenschaftliche Arbeit zu den Effekten von Meditation auf das kardiovaskuläre Risiko näher eingehen. 

Die „American Heart Association“ veröffentlichte 2017 ein umfangreiches Review zur positiven Wirkung von Meditation auf das kardiovaskuläre Risiko, womit die Wahrscheinlichkeit eine kardiovaskulären Erkrankung, wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Schlaganfall, zu entwickeln gemeint ist. Mit einbezogen in diese Studie waren Forschungsarbeiten, die die Auswirkungen von Meditation auf zahlreiche physiologische Faktoren, wie zum Beispiel Insulinresistenz, Bluthochdruck oder Stress, untersuchten. Die Resultate der Studien zur Wirkungen von Meditation auf das kardiovaskuläre Risiko hatten eine positive Tendenz, müssen allerdings noch weiter untersucht werden. Interessant ist jedoch, dass die Meditation als zusätzliche, einfach umsetzbare und preiswerte Methode gegenüber der medikamentösen Therapie dargestellt wird (Levine et al., 2017). Somit ist die Barriere eine solche Therapiemethode mit aufzunehmen für die Kostenträger sehr gering. Ein größeres Hindernis kann die persönliche Einstellung bzw die Assoziation mit vorherig genannten Klischees sein. 

Abschliessend möchte ich für alle Neugierig gewordenen ein paar Tipps für die eigene Meditationspraxis nennen (Ott, 2010):

  1. Motivation zum Meditieren klären

                -Warum will ich meditieren?

                Was möchte ich erreichen?

2. Für eine ruhige Umgebung sorgen

                -ruhiger Ort: Zuhause, Kirche, Natur…

                -Timing: 

                               -kein Zeitdruck

                               -Wochenende, Abends, Morgens, vor Mahlzeit

                -Störfaktoren limitieren: Klingel, Telefon, Kinder, Mitbewohner…

3. Dauer festlegen

                – wie lange möchte ich Meditieren (geführte Meditation?)

4. Einnahme optimaler Körperhaltung

                -Position finden in der man lange ohne sich zu bewegen bleiben kann

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass man einige Male braucht, um für sich den optimalen Zeitpunkt oder die optimale Haltung zu finden. Und es ist ja auch gut herauszufinden, welcher Zeitpunkt ungünstig ist oder in welcher Position der Fuß immer einschläft 🙂 Ich persönlich habe gemerkt, dass eine entspannende instrumental Musik meine Meditation fördert, während geführte Meditationen eher als Störfaktor fungieren. Probiert einfach Verschiedenes aus, um eure individuellen Meditationsvorlieben zu finden.

Wenn ihr Lust habt, kommt gerne in eine unserer Yogastunden vorbei, da gibt es am Ende eine entspannende Schlussmeditation.

Bleibt entspannt und positiv,

Eure Sassi

Quellen

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