Faszination Immunsystem: wie stärken wir es?

Abwehrkräfte und Immunität - Illustration Bakterien
Bildquelle: http://www.heilpraxisnet.de/hausmittel/immunsystem-staerken.html

Unser Immunsystem ist gerade in den Herbst-, Wintertagen ein wichtiger Gesundheitswächter des Körpers. Es muss stets Höchstleitungen erbringen und dies unser Leben lang. Wenn wir uns aber nicht gut genug pflegen, kann dieses System auch mal anfällig für Infekte oder andere Krankheitserreger werden. Was ihr selbst aktiv für ein starkes Immunsystem machen könnt, verraten wir Euch heute in unserem Blog über unser Immunsystem.

Das Immunsystem ist unsere Körperabwehr gegen Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten, Umweltschadstoffe oder körpereigene, entartete Zellen wie beispielsweise Tumorzellen. Es besitzt verschiedene Abwehrmechanismen, die unseren Körper vor Erregern schützen, oder wieder befreien sollen. Weiter hilft es den Körper zu entgiften oder beim Heilen von Verletzungen.

Der gesunde Körper kann dabei zwischen fremden (Erreger wie Viren oder Bakterien) und guten Mikroben (z.B. Darmbakterien) unterscheiden!

Warum brauchen wir ein Immunsystem?

Tag und Nacht versuchen Erreger in unseren Körper einzudringen und ihn anzugreifen. Unser Immunsystem sei Dank, ist dieser Versuch oft vergeblich und geht fast unbemerkt an uns vorüber. Mit manchen Eindringlingen ist unser Immunsystem aber intensiver beschäftigt und braucht länger um diese auszuschalten. Dieser Prozess geht nicht unbemerkt an uns vorbei. Wir spüren hier die Arbeit des Immunsystems in Form von Husten, Heiserkeit, Halsschmerzen, Schnupfen oder gar Fieber.

Wie funktioniert das Immunsystem genau?

Das Immunsystem besteht aus zwei großen Säulen: der angeborenen allgemeinen Abwehr und der erworbenen spezialisierten Abwehr. Beide Systeme sind in ihrer Arbeitsweise eng miteinander verzahnt und übernehmen unterschiedliche Aufgaben.

Die angeborene Abwehr besteht aus mehreren Elementen:

Die erste Barriere bilden die Oberflächen der Innen- und Außenseite des Körpers:

  • Körpereigene bakterienhemmende Substanzen können verschiedene Erreger aus der Umwelt schon früh ausschalten. So zerstört ein bestimmtes Enzym im Mundspeichel, in Atemwegen und Tränenflüssigkeit die Zellwände von Bakterien.
  • An den Bronchien sorgt Schleim dafür, dass viele Erreger, die eingeatmet werden, hängen bleiben und durch die fächelnde Bewegung der Flimmerhaare, aus den Atemwegen geschleust werden.
  • Die meisten Erreger, die durch die Nahrung in den Mund gelangen, werden durch die Magensäure normalerweise gestoppt.
  • Auch der Husten- und Niesreflex kann dabei helfen, Keime zu entfernen.

Wenn es der ersten Verteidigung des Körpers nicht gelingt, die Erreger zu vernichten, kommt es nach ca. 4-7 Tagen zur spezifischen, erworbenen Immunantwort.

Die erworbene Abwehr braucht länger, besitzt dafür aber auch eine größere Treffsicherheit. Ein großer Vorteil zur angeborenen Immunantwort ist, dass sie sich Angreifer merken und gezielt gegen bestimmte Antigene vorgehen kann. Bei einem erneuten Kontakt mit einem bereits bekannten Antigen geschieht die Abwehrreaktion schneller und ist somit effizienter.

Zur erworbenen Abwehr gehören dabei:

  • T-Lymphozyten
  • B-Lymphozyten
  • Antikörper als lösliche Eiweiße im Blut
  • Zytokine in Blut und Gewebe als hormonähnliche Botenstoffe

Die Organe, die diese Abwehrzellen produzieren gehören zum Lymphsystem. Dieses System ist kein einzelnes Organ, sondern durchzieht den gesamten Körper wie ein Netzwerk. Seine Bestandteile sind:

  • die Lymphgefäße entlang des Blutsystems
  • Lymphknoten (Filterstationen und Orte der Koordination von Immunreaktionen: bei Bedarf werden hier Lymphozyten  (Abwehrzellen) aktiviert und vermehrt – geschwollene Lymphknoten sind ein Zeichen für eine hohe Aktivität des Lymphsystems)
  • die Gaumen-, Zungen- und Rachenmandeln (lymphatischer Ring)

An den Lymphknoten vereinigen sich die Lymphbahnen. In ihnen wird die Lymphflüssigkeit gereinigt: Zelltrümmer werden abgebaut und eingedrungene Fremdkörper (Viren und Bakterien) eliminiert.

Was schwächt unser Immunsystem?

  • Stress und weitere seelische Belastungen
  • Schlafmangel, Schlafstörungen
  • Einseitige, ungesunde (zu süß, zu salzig, zu fett etc.), unausgewogene Ernährung
  • Lichtmangel – Tageslicht kurbelt den Hormonhaushalt an und hält uns bei Laune
  • Körperliche Überanstrengung (das richtige Maß ist hier entscheidend)
  • Umweltschadstoffe
  • Das Älterwerden
  • Erkrankungen
  • Drogen, übermäßiger Alkoholkonsum, Zigaretten

Ein geschwächtes Immunsystem bedeutet noch nicht, dass man krank ist! Man hat aber damit ein erhöhtes Risiko krank zu werden und länger mit den Symptomen zu kämpfen zu haben.

Was könnt ihr für Euer Immunsystem tun?

Besonders im Herbst und im Winter muss das Immunsystem einiges aushalten: Feuchtes Wetter und nasskalte Temperaturen stellen erhöhte Anforderungen an die körpereigene Abwehr. Kein Wunder, dass zu diesen Jahreszeiten besonders viele Menschen eine Erkältung bekommen – mit Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und allem, was dazugehört.

Es gibt Menschen, die im Winter ein Eisbad nehmen, um sich „abzuhärten“. Die Werbung verspricht optimistisch, dass gewisse Molkegetränke die Abwehrkräfte aktivieren. Der Wunsch scheint groß zu sein, den Körper mit allerlei Tricks und Helfern widerstandsfähiger zu machen.

 Aber lässt sich das Immunsystem überhaupt beeinflussen?

  • Dass die Ernährung eine Wirkung auf die Abwehrkräfte hat, ist unstrittig. Die Fachwelt ist sich aber noch nicht einig über das „Wie“. Eine gesunde, ausgewogene Mischkost ist dennoch wichtig für gute Abwehrkräfte, nur lässt sich durch einzelne Lebensmittel kein gezielter Einfluss ableiten. Beispiel Hühnersuppe: Der Körper bekommt Nährstoffe, Salz und etwas Warmes. Man fühlt sich in dem Moment besser, aber wesentlich wird das Immunsystem nicht dadurch beeinflusst. Das Abwehrsystem benötigt bestimmte Nährstoffe, wie bspw. Zink, Kupfer, Eisen oder die Vitamine wie A, C, D und E.
  • Helfen Saunabesuche? „Abhärten“ durch Saunieren oder kalte Bäder? Diese These ist ein zweiseitiges Schwert: wenn man bereits krank ist oder man merkt, dass eine Erkältung im Anflug ist, ist es nicht ratsam in die Sauna, ins Dampfbad oder ins Bewegungsbad zu gehen. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die Wärme schwächen das Immunsystem noch mehr  und man fühlt sich nicht besser. Zusätzlich bieten die warmen Temperaturen den Bakterien oder Viren im Körper optimale Bedingungen zur Vermehrung. Andererseits ist es so, dass ein gesunder Körper mit einem intakten Immunsystem durchaus positiv auf die Wirkungen von Saunabesuchen oder Wechselbädern reagieren kann. Das ist individuell verschieden.
  • Einen wichtigen Effekt auf die Immunabwehr hat aber die Psyche. Bei dauerhaftem Stress schüttet der Körper vermehrt Kortisol aus, was das Immunsystem unterdrückt. Ein psychisches Wohlbefinden ist deshalb sehr wichtig. Von daher kann man sagen, dass alles was einen persönlich entspannt (lesen, spazierengehen, autogenes Training etc.) hilft.
  • Positiver Effekt durch Sport? Ebenfalls unstrittig ist der positive Einfluss von Sport auf die Abwehrkräfte. Moderates Training – wie Schwimmen, Radfahren, Joggen, funktionelles Training – stärkt das Immunsystem. Es wird davon ausgegangen, dass durch jedes Training das Immunsystem stimuliert wird. Hier gilt aber auch, wie beim Saunieren, wer bereits angeschlagen ist, kann nicht mit voller Leistungsfähigkeit trainieren und schwächt sein Immunsystem durch die zusätzliche körperliche Belastung. Der gegenteilige Effekt kann zu Tage treten.
  • Auf sorgfältige Hygiene ist zu achten. Viele Krankheiterreger, vor allem Erkältungsviren, werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Das heißt, sie gelangen – in feine Tröpfchen eingehüllt – durch sprechen, niesen, ausatmen und husten oder auch einen Händedruck von Mensch zu Mensch. Mehrmals täglich die Hände waschen und desinfizieren kann die Anzahl der Infekte mindern.

In diesem Sinne, passt auf Euer Immunsystem auf, bleibt gesund und haltet Euch fit!

Bis zum nächsten Mal,

die FIT-Nina

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