Barfuß wie die Steinzeitmenschen!

vibramlasse                                               vibramdavid

Vielleicht sind Sie euch schonmal auf der Straße oder bei uns im FIT Sportclub aufgefallen: gummiartige Schuhe, in denen sich jeder Zeh einzeln abzeichnet. Was das soll fragt Ihr euch?!

Barfußschuhe heißen sie und liegen voll im Trend! Sie sind so konstruiert, dass man in ihnen das Barfußlaufen nachempfindet. Doch was können sie und warum sollte man sie tragen? Ist es tatsächlich gut barfuß zu gehen beziehungsweise zu laufen?! Nur ein kurzer Hype oder laufen wir demnächst alle mit ihnen durch die Gegend?!

Schuhe sind Böse

Schuhe verändern den Laufstil eines Menschen enorm. Ohne Schuhe wird der Mensch automatisch dazu verleitet beim Laufen mit dem Vorfuß aufzutreten – dem sogenannten Forefoot Strike. Die meisten Schuhe sind allerdings so gedämpft oder haben Stützen eingebaut, dass diese dazu verleiten mit der Ferse zuerst aufzutreten. Dadurch wird jedoch sehr viel Energie vergeudet. Die Fersenlandung ist jedesmal gleichzusetzen mit einer Abbremsbewegung, die unter anderem von den Bandscheiben abgefangen wird. Das Bremsen wirkt dem eigentlichen Ziel, nach vorne zu kommen also ironischerweise entgegen. Das Laufen mit Schuhen und der damit verbundene Fersengang oder Heelstrike erhöht die Belastung auf den gesamten Bewegungsapparat: Fuß, Knie, Hüfte und Rücken. Letztendlich ist die Landung auf der Ferse Ursache für Schmerzen im Knie-, Hüft- und Rückenbereich. Gleichzeitig verringern sie die Eigenleistung unseres Körpers. Der Fuß muss weniger arbeiten und selber ausgleichen und verliert so an seiner natürlichen Stützfähigkeit.

Barfußlaufen hat die Evolution für uns vorgesehen. Unsere Vorfahren haben es uns vorgemacht und wer möchte nicht wie diese sein. Aus sportwissenschaftlicher Sicht hat das Barfußgehen oder -laufen viele Vorteile. Verschiedene Studien haben ergeben, dass die Kraft die auf Rücken, Hüfte, Knie und Fuß einwirkt um das dreifache ansteigt wenn man mit einem herkömmlichen Laufschuh läuft. Konkret hat dies eine Studie der University of Virginia, Charlottesville herausgefunden. Das „Department of Physical Medicine and Rehabilitation“ verglich im Jahr 2009 die Auswirkungen von gewöhnlichen Laufschuhen auf die unteren Extremitäten mit den Auswirkungen des Barfußlaufens. Dabei wurde festgestellt, dass beim Laufen mit gedämpften Schuhen die Abnutzungserscheinungen an Hüfte, Knien und Sprunggelenken wesentlich größer sind verglichen mit dem Laufen ohne Schuhe. Weiterhin werden Skelett- und Sehnenapparat erhöht beansprucht. Dies kann zu Schmerzen und Schäden in den betroffenen Bereichen führen. Bänderrisse, Meniskusschäden oder Stauchungen in der Wirbelsäule sind nur ein Paar mögliche Folgeverletzungen. Ist man ohne Schuhe unterwegs, so eignet man sich automatisch den Forefoot Strike an, durch den der Läufer keine unnötige Energie verliert. Der Fuß muss durch den fehlenden Schutz sämtliche Unebenheiten selber ausgleichen, wird so gestärkt und gewinnt an Sensomotorik – dem Zusammenspiel zwischen Bewegung und Sinnesrückmeldung. Nicht die Gelenke fangen die Bewegungen ab, sondern die Muskulatur. Wer Barfuß läuft verringert seine Schrittlänge, erhöht die Schrittfrequenz und verbessert seine Beweglichkeit und Balance. Die Blutzirkulation wird angekurbelt und eine ökonomische Gehtechnik gefördert. Der gesamte Bewegungsapparat von Fuß bis zur Hüfte spielt sich so besser ein. Des Weiteren wird die Muskulatur gefordert und aufgebaut, die Koordination zwischen den einzelnen Muskelgruppen, dem Band und Sehnenapparat wird trainiert. Barfußlaufen hat also zur Folge, dass man sich eine gesündere Gang und Lauftechnik aneignet, welche den Körper weniger belastet und gleichzeitig noch trainiert. Ein weiterer positiver Effekt, der daraus resultiert, ist die Prophylaxe von Verletzungen. Läufer, die auf den Barfußschuhe gewechselt sind, berichten, dass sich ihre Beschwerden verringert haben und sich so ihre Lebensqualität verbessert hat. Sie fühlen sich einfach fitter und gesünder.

Walk like a Stone age man!

Fazit: Barfuß laufen ist gesund! Nicht nur die Belastung, die auf die Gelenke einwirkt, wird reduziert. Nebenbei werden die beteiligten Muskelgruppen gekräftigt und so eine bessere Gangart gefördert. Deswegen raten wir jedem die Barfußschuhe ruhig auszuprobieren. Jeder der erst einmal damit angefangen hat, kann sich nicht mehr davon loseisen und berichtet von positiven Effekten. Sport treiben ist in Barfußschuhen auch kein Problem – aber Vorsicht: Einsteiger sollten sich auch wie Einsteiger verhalten und sowohl Belastungsdauer als auch -intensität progressiv steigern. Die Muskulatur muss sich langsam an die neuen Gegebenheiten gewöhnen.

Also weg mit den alten Laufschuhen und walk barefoot.

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